Tag 14: Noch mehr Wüste


Nach einer erholsamen Nacht und gemütlichem Frühstück wurde erstmals das Sand-Snowboard ausgepackt, und der Pajero vom Team "Rust-And-Roll" hielt als quasi Schilift her. Lustige Runden auf dem Wintersportgerät vertrieben uns die Zeit bis zum Start um 9 Uhr, wo uns dann auch sehr bald das wieder-genesene Team "Austro-Schweiz" in Richtung Hauptstraße verlies, um dort ihr Glück Richtung Mauretanischer Hauptstadt zu versuchen. Aber unserer Reise geht selbstverständlich weiter!

Der heutige Etappen-Abschnitt war geprägt von einem: Sand. Sand überall: Auf den Dühnen, auf der "Straße", in der Luft, in Brunhilde und bei Michael (angeblich) auch in der Unterhose. Leider sind an diesem Tag die ansonsten so tapferen, kompetenten, flotten und wüstenwieseligen Dakarnators erstmals steckengeblieben. Mit Hilfe einiger anderen Teams, die Brunhilde sanft aus ihrem Sand-Bett befreit haben, ging die lustige Fahrt auch gleich weiter. Prompt wurden wir bei der nächsten Pause mit einem Strich auf der offiziellen Steckengeblieben-Liste bestraft (belohnt?)!

Ein Trick, den wir zwar kannten, aber so konsequent uns nicht umsetzen trauten, war die Luft aus den Reifen abzulassen. Mit gefühlten 0.5 Bar pro Reifen ging es um ein vielfaches besser voran, als zuvor. Ansonsten hatten wir an diesem Tag gottseidank keine weiteren Team-Ausfälle mehr, und es ging sehr früh zu einer langen Mittagspause mitten im Nichts. Viele Teams nutzen den Schatten ihres Vehikels für einen kleinen Mittagsschlaf, da das Wüstenfahren nicht nur die Autos müde machte.

Die Nachmittagsetappe war dann geprägt von spekakulären Abschnitten, die nur ein Auto breit waren, und zu echten Rallye-artigen Fahrmanövern anstifteten. Als wir einen Abschnitt absolvierten, wo es über große Wellen bergauf ging und einige Autos sogar Luftsprünge machten, saßen plötzlich die Fahrer des Teams "Gringo-Land" und hielten Zettel in die Luft, wo unsere Performance mit Noten bewertet wurde! Wir konnten fast nicht mehr weiterfahren vor lachen, und Beobachtern zufolge wurde Brunhilde mit überdurchschnittlich guten Haltungsnoten bewertet.

Im Nachtlager gab es dann etwas besonderes: Gemeinsam mit einigen anderen Teams machten wir eine große "Tafel" mit unseren Camping-Tischen, und es gab "Camping-Buffet": Jeder kochte seine Spezialität, und jeder durfte dann überall probieren. Backerbsensuppe, Grünkohl mit Pinkel, EPA-Gulasch mit Gemüse, Spagetti mit frischen Tomaten, Spagetti Bolognese, und jede Menge Haribo zum Dessert erfreuten die Mägen der müden Rallye-Fahrer. Als dann auch noch die Pistenwiesel und die Gringos zur heiteren Runde stießen befanden sich fast die Hälfte der Teilnehmer in einem großen Kreis um unsere Tafel aus Camping-Tischen, und alle verbrachten einen lauschigen Abend unter schönstem Mauretanischem Himmel.